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Wer etwas zu viel auf die Waage bringt, hat es im wahrsten Sinne des Wortes nicht leicht.

  

Geht man mit offenen Augen durch die Straßen, so wird man überall mit Schönheitsidealen bombardiert, die für die meisten von uns kaum zu erreichen sind. Werbeplakate zeigen uns fast ausschließlich Menschen, die dünn, muskulös und sehr attraktiv sind. Auf den Laufstegen tummeln sich Mannequins, die uns mit ihren Maßen manchmal eher an Magersucht, als an realistische Körper erinnern.

 

Selbst wenn man es nachhause geschafft hat, braucht man nur Online zu gehen, oder den Fernseher einzuschalten. Die Medien, ob in Form von Magazinen, TV, Kino, oder digitale Medien zeigen uns Schauspieler, Models und andere Promis, oder welche die es gerne werden wollen, jedweden Alters, die im besten Fall schlank, durchtrainiert und im schlimmsten Fall ziemlich abgemagert, stolz für die Kameras posieren. Wird dann doch ein Prominenter „erwischt“, der an Kilos zugelegt hat, ist das ein gefundenes Fressen für die Medien. Manchmal ist es sogar nur eine unvorteilhafte Momentaufnahme, die anscheinend manchen Menschen das Recht zu geben scheint, sie zu kritisieren, oder regelrecht „vorzuführen“.

 

Anscheinend sind ein paar Pfunde mehr, für Viele ein Freibrief, das Äußere des betroffenen Mitmenschen zu kommentieren. Die Motivation dahinter kann durchaus bösartig sein, manchmal ist sie das aber nicht mal. Man denke an all die „guten Ratschläge“ und scheinbaren „Komplimente“, die in Wirklichkeit ein Aufruf zur Diät sind, die einem beispielsweise bei jedem Familientreffen zu Ohren kommen. Oder an die „liebevollen“ Spitznamen, mit denen man vielleicht schon seit der Kindheit bedacht wurde, wenn man nicht den allgemeinen Figur Vorstellungen entsprach.

Die Haltung unserer Gesellschaft ist leider immer noch die, dass Abnehmen und sein Gewicht zu halten ja gar nicht so schwer sei und somit jeder für sein Übergewicht selbst verantwortlich ist. Das Internet ist ja auch voll, von solchen angeblichen Erfolgsgeschichten. Jeder der das nicht schafft, gilt fast automatisch als undiszipliniert, vielleicht sogar als faul und vieles andere Negative mehr. Dazu kommt auch, dass die meisten denken, Übergewicht bedeute in jedem Fall eine schlechte Gesundheit und damit verbundene Krankheiten, die unser Gesundheitssystem belasten.

Es ist ganz egal ob wir selbst dick, oder schlank sind - verinnerlicht haben wir diese Einstellung alle.

 

Soziale Medien eröffnen dem „Fat Shaming“ natürlich auch noch eine weitere Plattform. Extra Pfunde ziehen ja schon bereits, auf dem Schulhof negative Reaktionen an. Aber heute, wo wir in einer Gesellschaft leben, in der wir uns stets im besten Licht präsentieren wollen bzw. sollen und die ganze Welt dazu einladen, unsere Bilder und Videos zu kommentieren, setzen wir uns auch vermehrt ungewollter Be- und Verurteilung aus. Manchmal geht es uns sogar wie den oben beschriebenen Promis: Jemand anderes stellt eine Aufnahme von uns ins Netz, die uns nicht gerade im besten Licht erscheinen lässt und eine Welle aus Kritik, oder sogar Hasskommentaren überrollt uns.

 

Wir Menschen strebten schon immer nach Perfektion, die je nach Epoche verschiedene Ideale hatte. In unserer Zeit ist es jedenfalls der schlanke, sehr durchtrainierte Körper.

 

„Fat Shaming“ baut auf den Druck auf, den wir uns selber machen und seitens anderer ausgesetzt sind, indem es uns die Botschaft verinnerlichen lässt, dass wir mit Übergewicht weniger (liebens-)wert und attraktiv seien. Die Ironie an der Geschichte ist, dass gerade dieser dadurch ausgelöste emotionale Stress, die Erfolgschancen beim Abnehmen drastisch reduziert.

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Außerdem ist es leider erwiesen, dass diese psychische Belastung in Folge auch richtig krank machen kann, in psychischer und körperlicher Hinsicht.

 

Manche kennen dieses Dilemma persönlich, andere haben es an Freunden und Verwandten beobachten können: Man setzt sich selbst unter großen Druck um unrealistische Abnehm-Ziele zu erreichen, hat ein sehr negatives Selbstbild bzw. geringschätzt man den eigenen Körper und vergleicht ihn ständig mit anderen, scheinbar „perfekten“ Menschen. Dadurch entsteht enormer innerer Stress und Frust. Das Ergebnis sind oft Essattacken, für die man sich nachher, als noch größerer Versager fühlt, der es gar nicht wert ist geliebt zu werden. So entsteht oft ein sehr quälender Kreislauf.

 

Es ist also an der Zeit endlich mit diesem fatalen Irrglauben aufzuräumen, dass „Fat Shaming“, einem Übergewichtigem, irgendwie helfen kann sein Gewicht unter Kontrolle zu bringen!

„Fat Shaming“ ist destruktiv, abwertend und krank machend und auf keinen Fall hilfreich.

 

Ein Problem dabei ist, dass „Fat Shaming“ so viele, oft versteckte Gesichter hat und sich an unser aller Verhalten, aber vor allem an unserer inneren Einstellung etwas ändern muss.

 

„Fat Activism“ oder „Fatism“ ist eine Bewegung, die genau das bewirken will und in den letzten Jahren starken Zulauf bekommen hat. Aber wie wir schon von anderen sozialen Bewegungen wissen, dauert es oft Jahrzehnte bis größere Erfolge im Umdenken der Allgemeinheit, verzeichnet werden können.

 

Es hängt tatsächlich sehr viel von jedem von uns ab, wie wir mit diesem Thema umgehen, wenn es uns begegnet, egal ob als Opfer, oder als Beobachter.

Übrigens gibt es eine gewisse Personengruppe die, egal ob sie so ein Verhalten am eigenen Leib verspüren muss, oder „nur“ Zeuge davon wird, ein Opfer von „Fat Shaming“ ist – unsere Kinder!

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Erwachsene, die vor Kindern das Aussehen anderer aufgrund ihres Gewichts, negativ kommentieren, tragen zu diesem Problem erheblich bei. Genauso wie Eltern, die sich selbst, ständig wegen Ihres Aussehens, vor ihren Kindern kritisieren. Das Schlimmste ist es aber, Kinder aufgrund ihres Aussehens negativ zu beurteilen und ihnen mit Wort und Tat das Gefühl zu geben, sie seien nicht gut genug, sondern müssten „optisch optimiert“ werden. Natürlich muss vor allem bei Kindern – aus Gesundheitsgründen - darauf geachtet werden, dass sie normalgewichtig bleiben. Doch WIE man dabei vorgeht und mit welcher Motivation ist hier extrem wichtig!

 

Das Kind, oder den Jugendlichen, als vermeintlichen Ansporn, mit anderen zu vergleichen, oder beleidigende „Koseworte“ zu geben ist ein absolutes NO GO! Genauso wie Mode-Diäten und unbedachte Worte die vielleicht einen lebenslangen Schaden in der Psyche und im Selbstwert des Kindes anrichten können.

 

Der Hausarzt kann bei Bedarf die ganze Familie auf den Weg zu einem gesünderen Leben unterstützen und notfalls auch an andere Spezialisten und Berater verweisen.

 

Welchen Weg man auch wählt um jemand anderem zu helfen, wichtig ist dabei stets respekt- und liebevoll, sowie wertschätzend zu sein.

Man darf dabei niemals vergessen, dass „Fat Shaming“ einfach nur zum schämen ist – Ja für Menschen die andere aufgrund Ihres Aussehens stigmatisieren kann man sich einfach nur schämen!

 

 

 

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